#168 - Ich bin in einem Einkaufszentrum und finde den Ausgang nicht mehr
Shownotes
Ein junger Mann hat ein Vorstellungsgespräch für einen Job in einem Tabak-Laden in seiner örtlichen Mall. Als er am Laden ankommt, ist jedoch niemand da. Genau so, wie in der restlichen Mall.
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Transkript anzeigen
00:00:09: Es gibt Orte, an denen die Dunkelheit dichter ist.
00:00:15: Geschichten, die man lieber nicht erzählen sollte.
00:00:22: Geheimnisse, die tief in den Schatten verborgen liegen und dort auch bleiben sollten.
00:00:32: doch wir alle sind neugierig getrieben von der Sehnsucht das Unbekannte zu erforschen.
00:00:43: Willkommen bei einer Reise in die tiefsten Abgründe der menschlichen Vorstellungskraft!
00:00:50: Wo Realität und Albtraum aufeinandertreffen.
00:00:55: Willkommen bei den Midnight Stories Aber es passt irgendwie zu der Woche, die ich bis jetzt hatte.
00:01:50: Aufgewacht bin ich dann um neun.
00:01:53: Zwei Stunden vor meinem Vorstellungsgespräch bei irgendeinem Typen, der hier in unserer Mall einen Tabakladen eröffnen will – nicht gerade meine erste Wahl!
00:02:03: Aber man kennt das ja wenn man mitten im Nirgendwo wohnt….
00:02:07: Wenn es sonst nur drei Geschäfte gibt alle in Laufweite voneinander … Dann weißt du dass dein Ort im Grunde schon tot
00:02:14: ist.".
00:02:16: Ich bin also aus dem Bett gestolpert, habe mir die Haare geputzt und die Zähne gekämmt.
00:02:22: Das übliche Programm eben!
00:02:25: Viel Zeit zum Nachdenken hatte ich nicht.
00:02:28: Ich zog den billigen Anzug an, den ich irgendwann mal bei einem Klamotten-Discounter gekauft hatte – und versuchte nicht zu sehr darauf zu achten dass die Ärmel etwas zu kurz waren… Und das Hemd aussah als hätte es die Nacht mit mir zusammen auf dem Boden
00:02:42: verbracht.".
00:02:45: Als ich das alles hinter mich gebracht hatte, sprang ich in meinen alten Opel Corsa und fuhr zur Mall.
00:02:51: Zehn Uhr dreißig an einem Samstag!
00:02:54: Man würde meinen da wäre wenigstens ein bisschen was los.
00:02:59: Falsch gedacht... Die Mall hat inzwischen vielleicht noch vier Geschäfte wenn man großzügig ist.
00:03:08: Ein Café, ein Versicherungsbüro, einen Second Hand Laden und ein lokales Parteibüro Indem immer irgendwelche schlecht gedruckten Plakate im Fenster hingen.
00:03:20: Sehr einladen, wie du dir denken kannst!
00:03:23: Früher gab es hier mal mehr – glaube ich zumindest.
00:03:28: Ich erinnere mich dunkel an einen Comicbuch-Laden….
00:03:32: Ein Elektroshop … und einen kleinen Laden mit Kerzen und so einem Zeug….
00:03:38: Aber vielleicht vermische ich das auch mit einer anderen Mall aus irgendeiner anderen traurigen Kleinstadt?
00:03:46: Ich ging also zuerst ins Café und holte mir einen doppelten Espresso.
00:03:52: Ich hoffte, dass das Koffein das fehlende Frühstück irgendwie ausgleichen würde – vielleicht auch die Müdigkeit oder sogar die Falten in meinem Hemd wenn ich fest genug daran glaubte!
00:04:05: Der Kaffee schmeckte verbrannt und bitter aber genau deshalb fühlte er sich passend an.
00:04:13: Danach machte ich noch einen kurzen Stopp auf der Herrentoilette.
00:04:17: Mein Spiegelbild sah aus, als wäre es ebenfalls zu spät aufgestanden und hätte eigentlich keine Lust auf ein Vorstellungsgespräch.
00:04:25: Ich hätte mir wirklich zwei Minuten Zeit zum Rasieren nehmen sollen – aber dafür war's jetzt auch zu späht.
00:04:33: Danach machte ich mich auf den Weg zu dem leerstehenden Schaufenster in dem der Tabakladen angeblich entstehen sollte.
00:04:40: Der Typ hatte wohl noch kein Büro oder wollte keins bezahlen….
00:04:46: also sollten wir uns einfach dort treffen!
00:04:49: Das kam mir zwar schon ein bisschen seltsam vor, aber es war auch nicht das Seltsamste was ich in dieser Mall erlebt hatte.
00:04:58: Hier standen oft Leute in leeren Ladenflächen herum, maßen Wände aus, redeten über neue Geschäfte und verschwanden dann für immer.
00:05:08: Wahrscheinlich war das einfach Teil des natürlichen Lebenszyklus dieser Mall – es waren zehn uhrfünfundvierzig.
00:05:18: Ich war sogar ein bisschen zu früh da!
00:05:21: Der Tabaktyp war noch nicht aufgetaucht, aber das war kein großes Ding.
00:05:27: Ich stellte mich vor den leeren Laden, zog mein Handy aus der Tasche und dachte ich könnte wenigstens ein bisschen lesen während ich wartete.
00:05:37: Empfang hatte ich keinen – natürlich nicht!
00:05:41: Aber das war hier normal.
00:05:44: In unserer Stadt hat man manchmal das Gefühl dass selbst Mobilfunkanbieter nicht gerne hier sind.
00:05:51: Zum Glück hatte ich ein paar Sachen heruntergeladen Also lehnte ich mich an die Wand und las.
00:05:59: Um elf Uhr dreißig war ich in meinem Buch ein ganzes Stück weiter, aber von dem Typen fehlte immer noch jede Spur.
00:06:08: Ich sah auf mein Handy um zu prüfen ob ich vielleicht einen Anruf verpasst hatte – aber es gab keinen Empfang!
00:06:16: Und ich hatte auch keine Benachrichtigung bekommen.
00:06:20: Ich beschloss zum Auto zu gehen, kurz eine zu rauchen und draußen dann nachzusehen, Außerdem wollte ich einfach nicht länger vor einem leeren Laden stehen, wie jemand der auf ein Date wartet das nie auftauchen wird.
00:06:36: Ich ging los vorbei an den Toiletten und dachte über die Mall nach.
00:06:44: sie liegt schon seit Jahren im Sterben aber es ist trotzdem jedes mal seltsam hier drin zu sein wenn sie so leer ist.
00:06:53: von außen ist das Gebäude ziemlich normal dieselben roten Backsteine wie bei der Hälfte der Gebäuse der Innenstadt Ein rechtäckiger Klotz, der fast einen ganzen Block einnimmt.
00:07:06: Aber innen war die Mall schon immer irgendwie komisch?
00:07:11: Die Gänge passten nicht richtig zur Form von außen!
00:07:15: Viele Ladenflächen haben mindestens eine Wand im seltsamen Winkel.
00:07:20: Manche Ecken wirken zu spitz andere zu breit und man hat manchmal das Gefühl dass die Räume tiefer sind als sie sein dürften.
00:07:33: Während ich so darüber nachdachte Merkte ich, dass sich nicht mehr wusste wo ich war.
00:07:40: Das hätte eigentlich nicht passieren können.
00:07:43: Es war ein ziemlich gerader Weg Vom leer stehenden Laden zu den Toiletten Von den Toilletten zum Café Vom Café Zum Ausgang.
00:07:55: Mehr war da Nicht Aber Ich War an Den Toileten Vorbeigelaufen Und das Café war nirgends Zu Sehen.
00:08:04: Stattdessen ging der Gang Einfach Weiter Mit leeren Schaufhänzten auf beiden Seiten und heruntergelassenen Rollläden, die alle gleich aussahen.
00:08:14: Zuerst dachte ich, ich hätte mich einfach falsche erinnert.
00:08:19: Vielleicht war das Café weiter weg als es mir vorkam oder vielleicht hatte ich mich durch den Stress und den fehlenden Schlaf irgendwie vertan?
00:08:29: Ich ging schneller!
00:08:31: Dann fing ich an zu joggen auf der Suche nach einem Kaffee oder irgendeinem Ausgang.
00:08:38: In dieser Mall endeten die Gänge normalerweise irgendwann an einer der Außentüren.
00:08:44: Selbst wenn man sich ein bisschen verlief, konnte man rausgehen auf die Straße schauen und sich wieder orientieren.
00:08:52: Als ich außer Atem war wusste ich das etwas nicht stimmte – Ich bin nicht gerade in Topform aber kann schon ein paar Blocks joggen ohne direkt zusammenzuklappen.
00:09:05: Die Mall war klein nur ungefähr einen Block lang.
00:09:09: Ich hätte längst an irgendeiner Tür einem bekannten Laden oder wenigstens einer Wand ankommen müssen!
00:09:17: Stattdessen sah ich nur Reihen von leeren Geschäften.
00:09:20: Dunkle Schaufenster und Metallgitter die aussahen, als wären sie seit Jahren nicht mehr heruntergezogen worden.
00:09:27: Ich blieb stehen und sah auf mein Handy – ich hatte immer noch kein Signal!
00:09:33: Der Akku war noch in Ordnung… aber das beruhigte mich nicht so sehr wie es sollte.
00:09:40: Ich drehte mich einmal im Kreis … und versuchte mir einzureden dass sich nur verwirrt war.
00:09:46: Vielleicht hatte ich die Orientierung verloren weil ihr die Mall schief gebaut.
00:09:52: Vielleicht war ich in einen Gang geraten, den ich normalerweise nie benutzte.
00:09:57: Oder vielleicht war mir vom Café auf leeren Magen schlecht und mein Kopf spielte ein bisschen verrückt.
00:10:04: Da ich nichts Besseres tun konnte blieb ich stehen und hörte genauer hin.
00:10:10: Ich hoffte irgendetwas zu hören das mir helfen würde Stimmen aus dem Café Wasser von den Toiletten Verkehr von draußen Vielleicht sogar dieses dumpfe Summen der Klimaanlage, das in Einkaufszentren immer irgendwo im Hintergrund hängt.
00:10:27: Aber zuerst war da nichts.
00:10:30: Nur das leise Knacken der Lampen über mir und mein eigener Atem.
00:10:37: Nach einer Weile glaubte ich Musik zu hören – ganz schwach!
00:10:44: Irgendwo weiter den Gang hinunter….
00:10:47: Das war immerhin etwas ….
00:10:50: Ich dachte sofort dass es das Café sein musste.
00:10:54: Dort lief manchmal ein alter Radiosender, der immer wieder dieselben Songs spielte.
00:10:59: Also ging ich in Richtung der Musik und versuchte mich nicht zu sehr darüber zu freuen.
00:11:05: Zu diesem Zeitpunkt hätte sich wahrscheinlich jedes Geräusch wie Rettung angehört.
00:11:11: Während ich weitergingen fiel mir auf das sich der Boden verändert hatte.
00:11:17: Ich war mir ziemlich sicher dass die ganze Mall diese normalen schmutzigen weißen Bodenfliesen hatte, die man überall sieht.
00:11:25: Nichts besonderes Nur alte Fliesen An manchen Stellen rissig und an manchen stellen klebrig.
00:11:33: Aber hier?
00:11:36: Hier waren sie nicht mehr flach!
00:11:39: Sie sahen aus wie ein zerknültes Stück Papier, das jemand wieder glatt gestrichen hatte.
00:11:46: Die Oberfläche war hart aber uneben mit kleinen Wellen und Falten.
00:11:54: Beim Gehen fühlte es sich an als würde der Boden unter meinen Schuhen nicht ganz hart sein.
00:12:01: Die Musik wurde lauter, aber nicht wirklich klarer.
00:12:06: Sie klang alt als käme sie von einer Schallplatte die schon so oft abgespielt worden war.
00:12:12: Es war ein langsames Stück Vielleicht Klavier vielleicht Orgel.
00:12:19: es war schwer zu sagen Es klang irgendwie gruselig Aber hauptsächlich klang ist eigentlich nur falsch So als würde man ein bekanntes Lied hören aber jemand hat ein paar Noten ausgetauscht Gerade genug, dass das Gehirn die ganze Zeit versucht es wieder zu erkennen.
00:12:43: Nach weiterem viel zu langem Laufen fand ich schließlich die Quelle der Musik.
00:12:48: Es war ein Musikladen.
00:12:52: Die Lichter waren aus Aber der Rolladen war oben Und irgendwo im Inneren hörte ich den Platenspieler.
00:13:01: Nichts war zu sehen Und über dem Eingang hing ein Schild Das mir aber nichts sagte.
00:13:09: Ich stand einen Moment davor und versuchte mich daran zu erinnern, ob es hier jemals einen Musikladen gegeben hatte.
00:13:18: Ich war mir ziemlich sicher das unsere Stadt kein Musikladenn hatte – nicht jetzt und… wahrscheinlich auch nicht früher!
00:13:28: Ich ging trotzdem hinein.
00:13:31: Das war vielleicht nicht meine beste Entscheidung ….
00:13:34: aber in dem Moment wirkte ein offener Laden immer noch besser als der endlose Gang.
00:13:41: Ich hoffte einen Angestellten zu finden oder wenigstens ein Telefon.
00:13:47: Kaum war ich drin, rutschte ich aus und schlug mit dem Kopf gegen ein Regal.
00:13:53: Für ein paar Sekunden lag' ich einfach da – halt benommen!
00:13:58: Mit einem stechenden Schmerz an der Seite meines Schädels… Und diesem widerlichen Gefühl dass meine Hose-und meine Handflächen in irgendetwas klebrigem lagen.
00:14:09: Es war kein Wasser Also keine undichte Leitung und vermutlich auch kein Loch im Dach.
00:14:16: Es war eine Art blauer Schleim dickflüssig und glänzend, fast wie halbgeschmolzene Götterspeise.
00:14:28: Nur viel ekelhafter!
00:14:31: Das Zeugroch schrecklich – süßlich, faulich und chemisch zugleich als hätte jemand altes Obst in Reinigungsmittel eingelegt.
00:14:44: Ich wischte mir die Hände an einem alten T-Shirt ab das über einer Kiste hängen und versuchte nicht darüber nachzudenken woher dieser Schleim gekommen sein könnte….
00:14:54: Der Laden selbst war seltsam ordentlich.
00:14:59: In den Regalen standen Schallplatten, CDs und alte Kassetten.
00:15:06: Manche Hüllen waren so vergilbt dass man die Titel kaum lesen konnte.
00:15:11: Andere sahen aus als wären sie gestern erst gedruckt worden.
00:15:16: Es gab Poster an den Wänden von Bands die ich kannte Und von Bans bei denen ich mir nicht sicher war ob es sie wirklich gab.
00:15:25: Die Musik kam von einem Plattenspieler hinter dem Tresen.
00:15:29: Die Nadel kratzte leicht, aber die Platte spielte weiter.
00:15:35: Obwohl niemand da war der sie aufgelegt haben konnte.
00:15:40: Also saß ich jetzt hier auf einem Hocker hinter dem Dresen.
00:15:46: Als ich mein Handy überprüfte hatte ich plötzlich ein paar Balken empfangen.
00:15:51: Keine Ahnung warum gerade hier.
00:15:54: Ich hatte einen verpassten Anruf von dem Tabaktypen und er klang in seiner Nachricht ziemlich sauer.
00:16:01: Als ich ihn zurück rief und ihm die Situation erklärte, sorgte er mir dass es in dieser Maul keinen Musikladen gibt.
00:16:09: Ich sehe das ein bisschen anders aber das Gespräch brachte mich nicht weiter.
00:16:16: Ich glaube den Job kann ich vergessen.
00:16:19: Danach rief ich ein paar Freunde an.
00:16:22: keiner konnte mir helfen.
00:16:25: zwei waren sogar in der Nähe und meinten später sie wären durch die Maul gelaufen hätten aber kein Musikladen gefunden.
00:16:34: für Sie war alles normal Leere Läden, Kaffee Toiletten Ausgang.
00:16:42: Sie hielten das Ganze für einen schlechten Scherz.
00:16:45: Ich versuchte ihn Fotos zu schicken Aber jedes Bild dass ich im Laden machte wurde schwarz gespeichert.
00:16:53: Es war nicht unscharf Nicht zu dunkel Es war einfach komplett schwarz!
00:17:01: Ich blieb eine Weile im Laden Weil er zumindest wie ein Ort wirkte.
00:17:08: Das klingt vielleicht dumm Aber nach diesen ganzen Gängen war es beruhigend, Wände zu haben die nicht ewig weiterging.
00:17:17: Ich suchte nach einem Hinterausgang, fand aber nur eine kleine Tür, die in einen Lagerraum führte.
00:17:24: Dort stapelten sich Kartons mit Platten, Verpackungen ein kaputter Drehstuhl und ein Spiegel der mit Staub bedeckt war.
00:17:34: Als ich den Staub wegwischen wollte sah ich in der Spieglung nicht den Lagerraum hinter mir sondern den Gang draußen vorm Laden.
00:17:46: Ich ging danach sofort aus dem Lagerraum und verschloss die Tür.
00:17:51: Eine Zeit lang passierte nichts, doch das machte es nicht besser.
00:17:57: Die Musik spielte, der Plattenspieler drehte sich – und irgendwo in den Wänden knackte es ab und zu.
00:18:06: Nicht laut!
00:18:08: Eher so wie alte Häuser, die sich nachts setzen.
00:18:12: Nur war das hier kein altes Haus?
00:18:16: Sondern eine fast leere Mall….
00:18:19: Und das Knacken klang manchmal Als Käme ist direkt von hinter den Regalen.
00:18:26: Einmal fiel eine Kassette aus einem Regal, obwohl ich nicht mal in der Nähe stand!
00:18:32: Ich traute mich nichts sie aufzuheben.
00:18:36: Irgendwann zwang ich, mich den Laden wieder zu verlassen... ...ich konnte ja nicht ewig dort sitzen bleiben und hoffen das zufällig jemand auftauchte.
00:18:46: Draußen sah der Gang anders aus als vorher aber nicht so anders dass sich sofort hätte sagen können was sich verändert hatte.
00:18:55: die Rollläden waren dieselben Der Boden war immer noch uneben, und die Lampen flackerten immer noch.
00:19:03: Aber die Abstände zwischen den Läden wirkten diesmal länger.
00:19:10: Die Decke schien niedriger zu hängen Und die Musik aus dem Laden wurde leiser sobald ich ein paar Schritte entfernt war Obwohl sie vorher laut genug gewesen war um mich überhaupt dorthinzuführen.
00:19:24: Ich versuchte mir eine Regel zu setzen Einfach geradeaus gehen Keine Abzweigungen nehmen und nicht zurückblicken, bis ich einen Ausgang finde.
00:19:38: Das Ganze hielt vielleicht fünf Minuten – denn dann kam ich an einer Stelle vorbei, an der links ein schmaler Gang zu sehen war….
00:19:50: Und aus diesem Gang roch es nach Kaffee!
00:19:55: Richtigem Kaffey!
00:19:57: Nicht nach dem verbrannten Zeug das sich vorher getrunken hatte ….
00:20:01: Es rocht nach frischem Koffe- und warmem Gebäck.
00:20:07: Mein Magen erinnerte sich daran, dass ich noch nichts gegessen hatte.
00:20:11: Ich folgte dem Geruch ein paar Schritte – obwohl ich wusste, das das keine gute Idee war!
00:20:18: Der Gang endete nicht beim Café.
00:20:22: Er endete bei einer Ladenfront die von außen aussah wie das Café aber innen völlig leer war.
00:20:31: Keine Tische, keine Theke, keine Kaffeemaschine nur ein einzelner Pappbecher auf dem Boden.
00:20:41: Er sah aus wie der Becher, aus dem ich heute Morgen getrunken hatte.
00:20:46: Mit dem selben braunen Fleck am Rand und derselben kleinen Delle im Deckel.
00:20:53: Als sich näher kam, konnte ich sehen das etwas Blaues aus dem Trinklochquoll.
00:20:59: Ich ging weiter ohne ihn anzufassen.
00:21:03: Nach einer weiteren Weile fand ich die Toiletten oder zumindest ein Schild dass zu ihnen zeigte.
00:21:10: Ich war mir nicht sicher ob ich froh darüber sein sollte.
00:21:14: Ich folgte den Schild weil ich dachte, dass die Toiletten wenigstens in der Nähe des Ausgangs sein mussten.
00:21:22: Der Flur dorthin war kälter als der Rest der Mall und die Lampen summten so laut das es in den Zähnen vibrierte.
00:21:33: Die Tür zur Herrentoilette stand offen drinnen roch ist nach Chlor feuchtem Beton und diesem blauen Schleim.
00:21:44: Ich traute mich nicht ganz hinein!
00:21:47: Ich blieb nur am Eingang stehen unser zu den Waschbecken.
00:21:51: Der Wasserhahn ganz rechts lief, obwohl niemand da war.
00:21:58: Das Wasser war klar – jedenfalls zuerst.
00:22:03: Doch dann wurde es langsam bleulich als hätte jemand Tinte hineingetropft.
00:22:10: Im Spiegel über dem Waschbecken sah ich den Flur hinter mir aber nicht mich selbst.
00:22:16: Das war der Moment in dem ich entschied dass sich gar nichts so dringend zur Toilette musste.
00:22:23: Zurück im Hauptgang hörte ich wieder Musik.
00:22:27: Diesmal kam sie aus einer anderen Richtung, aber sie war eindeutig dieselbe Platte.
00:22:34: Dasselbe!
00:22:35: Langsame kratzende Stück.
00:22:39: Ich dachte kurz vielleicht hätte jemand im Musikladen die Lautstärke aufgedreht Aber das ergab keinen Sinn.
00:22:47: Die Musik kam von vorne Aus der Richtung in die ich noch gar nicht gegangen war.
00:22:54: Ich folgte ihr trotzdem weil mir nichts Besseres einfiel.
00:22:59: Wenn dieser Laden der einzige Ort mit Empfang war musste ich vielleicht einfach dorthin zurückfinden.
00:23:07: Stattdessen kam ich an eine Reihe von Läden, die ich noch nie gesehen hatte – ein Geschäft für Hochzeitskleider, obwohl es in unserer Stadt seit Jahren kein Brautmoden-Geschäft mehr gibt… Ein kleiner Haustierbedarf, in dessen Schaufenster käfig gestanden … aber keine Tiere!
00:23:26: Ein Spielzeugladen mit verblechenen Plastikfiguren im Fenster.
00:23:30: In einem der Schaufenstar lag eine Schaufenstapuppe auf dem Boden Als wäre sie umgefallen und als ich daran vorbeiging, war ich mir ziemlich sicher dass ihr Kopf sich ein kleines Stück mit bewegte.
00:23:50: Ich versuchte nicht schneller zu werden.
00:23:53: das klingt vielleicht komisch aber ich hatte das Gefühl das Rennen alles schlimmer machen würde als würde die Mall merken dass ich Angst bekam und sich dann noch mehr Mühe geben.
00:24:08: also ging ich in normalem Tempo weiter Mit dem Handy in der Hand und der Taschenlampe an.
00:24:15: Die Lampe meines Handys machte die Schaufenster nur noch schlimmer.
00:24:20: Überall spiegelte sich ein kleines Stück von mir, verzerrt durch Staub-und Glas.
00:24:28: Irgendwann kam ich wieder beim Musikladen an – zumindest glaube ich das!
00:24:34: Der Rollladen war oben...die Lichter waren aus…und der Plattenspieler lief Aber ich war mir nicht sicher ob es derselbe Laden war oder nur einer der genauso aussah.
00:24:49: Der blaue Schleim auf dem Boden war noch da, aber die Pfütze hatte sich ausgebreitet.
00:24:56: Sie zog sich jetzt in dünnen Linien zwischen den Regalen entlang als hätte etwas sie mit den Füßen verteilt oder mit etwas anderem.
00:25:09: Ich setzte mich wieder hinter den Tresen und schloss mein Handy an mein Ladegerät an.
00:25:15: Die Steckdose funktionierte was mich fast mehr beruhigte als alles andere.
00:25:23: Es war inzwischen sechzehn Uhr draußen.
00:25:27: hätte es noch hell sein müssen Aber durch keine der Türen und keine der Fensterfronten sah ich Tageslicht.
00:25:35: Eigentlich sah ich überhaupt keine Außenfenster mehr, nur Ladenfronten, Gänge-und dunkle Schaufenster!
00:25:44: Ich wartete... ...ich sagte mir dass irgendwann ein Mitarbeiter auftauchen musste um den Laden abzuschließen oder einen Wachmann oder irgendwer.
00:25:57: Vielleicht gab es eine vollkommen logische Erklärung dafür das die Mall innen größer wirkte als außen.
00:26:04: Vielleicht hatte ich mir beim Sturz den Kopf schlimmer angeschlagen, als ich dachte.
00:26:09: Vielleicht erte ich seit Stunden durch denselben kleinen Bereich und mein Gehirn machte daraus etwas Riesiges!
00:26:17: Ich hatte schließlich nicht gefrühstückt – der Körper macht komische Sachen wenn man ihn schlecht behandelt.
00:26:25: Die Platte stoppte irgendwann aber nicht auf einen Schlag.
00:26:30: Sie wurde langsamer Als würde der Plattenspieler müde werden.
00:26:37: Erst wurde die Musik tiefer Dann langsamer und dann blieb nur noch ein gleichmäßiges Kratzen übrig.
00:26:47: In dem Moment hörte ich etwas aus den Wänden, ein tiefes Knurren sehr leise aber nahe.
00:27:01: Es hörte sich nicht an wie ein Hund eher wie etwas Größeres.
00:27:09: Ich saß ganz still Und wartete darauf dass es wieder aufhörte Doch es hörte nicht auf.
00:27:17: Es wanderte.
00:27:19: Erst kam es aus der Wand hinter den Regalen, dann aus der Ecke neben dem Eingang und dann von unter dem Boden.
00:27:28: Die fließen vor dem Dresen oben und senken sich ein bisschen.
00:27:33: Es sah für einen Moment lang so aus als würden die Falten im Boden atmen.
00:27:40: Ich legte eine neue Platte auf mehr aus Panik als aus einem Plan heraus Irgendeine alte Jazzplatte, die oben auf einem Stapel lag.
00:27:52: Sobald die Musik anfing wurde das Knochen leiser.
00:27:57: Seitdem lasse ich dauerhaft die Musik laufen.
00:28:01: Ich weiß nicht, ob das wirklich hilft oder ob ich mir das nur einbilde Aber ich werde es nicht testen.
00:28:09: Inzwischen habe ich auch nur noch selten empfangen.
00:28:12: Nachrichten und Anrufe kommen nicht mehr wirklich durch.
00:28:17: Vor ungefähr einer halben Stunde habe ich noch einmal versucht den Laden zu verlassen.
00:28:22: Ich kam diesmal bis zu einem Ausgangsschild.
00:28:26: Es hing über eine Glastür Und dahinter sah ich tatsächlich die Welt da draußen Den Parkplatz, mein Auto.
00:28:36: Den grauen Himmel – alles!
00:28:40: Ich konnte sogar die Straße sehen auf der ein Pickup vorbeifuhr.
00:28:45: Ich bin fast gerannt.
00:28:48: Als ich die Tür erreichte war das Glas kalt und fest.
00:28:52: Doch die Tür ließ sich nicht öffnen.
00:28:55: Nicht als wenn sie abgeschlossen wäre.
00:28:59: Es war eher so, als wäre sie nur ein Bild vor einer Wand.
00:29:04: Als mich mit der Faust dagegen schlug bewegte sich
00:29:06: nichts.".
00:29:08: Der Pickup fuhr immer an derselben Stelle vorbei, als wäre die Welt dahinter nur eine kurze Schleife.
00:29:16: Danach ging ich zum Musikladen zurück – nicht sage Zurück, als hätte ich den Weg gekannt!
00:29:24: Aber eigentlich war er plötzlich einfach wieder da.
00:29:28: Vielleicht will die Maul das sich hierbleibe?
00:29:33: Es ist inzwischen kurz nach Mitternacht.
00:29:36: Zumindest laut meinem Handy… der Akkulett.
00:29:40: solange ich den Stecker nicht berühre ….
00:29:43: wenn ich ihn anfasse... Flackern die schwachen Lichter, die inzwischen nur noch sporadisch angehen.
00:29:50: Ich habe den blauen Schleim so gut es geht von meiner Hose gewischt – aber der Geruch hängt immer noch an mir!
00:29:57: Die Beule an meinem Kopf tut weh und manchmal wird mir kurz schlecht.
00:30:02: Ich werde versuchen bis morgen früh wach zu bleiben.
00:30:06: Vielleicht sieht bei Tageslicht alles anders aus?
00:30:10: Vielleicht findet mich jemand….
00:30:12: vielleicht kommt der Tabaktyp doch
00:30:13: noch?!
00:30:14: Vielleicht taucht ein Wachmann auf und schreit mich an, weil ich in einem nicht existierenden Laden herumhänge.
00:30:21: Im Moment wäre mir alles recht.
00:30:24: Sogar den Job würde ich nehmen... ...wenn ich dafür einfach nur wieder draußen stehen dürfte!
00:30:31: Ich lasse die Musik weiterlaufen.
00:30:35: Solange sie spielt bleibt das Geräusch in den Wänden leise.
00:30:40: Vorhin hatte es kurz aufgehört zu knurren Und stattdessen angefangen zu scharren Als würde etwas auf der anderen Seite Nach einer Stelle suchen, an der die Wand dünn genug ist.
00:30:55: Vielleicht sind es nur Rohre?
00:30:59: Vielleicht arbeitet das alte Gebäude nachts einfach?
00:31:02: Vielleicht ist es was ganz Normales!
00:31:07: Doch jetzt gerade... ...ist die Platte wieder langsamer geworden und diesmal kommt das Geräusch nicht aus den Wänden.
00:31:21: Es kommt von unter dem Dresen wo ich sitze.
00:31:52: Hat dir diese Geschichte
00:31:53: gefallen?!
00:31:55: Dann lasst dem Podcast gern ein Follow, eine Bewertung und einen Kommentar da.
00:32:01: Das hilft uns noch mehr große Freunde zu erreichen!
00:32:05: Und wenn du nicht genug von unheimlichen Stories bekommst, hör unbedingt auch mal in meinen zweiten Podcast aus purer Angst rein.
00:32:15: Dort spekulieren wir alle zwei Wochen darüber warum die präsentierten Geschichten wahr sein könnten oder eben nicht.
00:32:24: Alle Links dazu findest Du wie immer in den Shownotes.
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